Kommunaler Richtplan

16.06.2026

Wie soll sich Reinach entwickeln? Dies hat die Gemeinde Reinach die erwachsene Bevölkerung, aber auch Kinder und Jugendliche gefragt. An verschiedenen Workshops wurde intensiv diskutiert und der Gemeinde viele wertvolle Informationen, Vorschläge und Ideen mitgegeben. Die Ergebnisse werden nun in den Entwurf zum neuen kommunalen Richtplan eingearbeitet.

Kinder- und Jugendpartizipation

Ende 2025 war die Gemeinde Reinach mit dem Kinderbüro Basel in den Primarschulen und der Sekundarschule zu Besuch. Wir wollten erfahren, was den Schülerinnen und Schülern an Reinach gefällt und was nicht. Wo halten sie sich in ihrer Freizeit gerne auf? Wo fühlen sie sich unwohl? Haben sie Verbesserungsideen?
Mitgemacht haben 190 Kinder und Jugendliche von der 1. – 9. Klasse. Für die Bedürfnisse von kleineren Kindern zwischen 0 und 6 Jahren haben wir ergänzend Fachpersonen aus Kitas und Kindergärten befragt. Herzlichen Dank an alle, die sich so engagiert beteiligt haben!

Hier geht’s zum Ergebnisbericht

Was ist dabei herausgekommen?

  • Grundsätzlich zeigt die Befragung ein positives Bild. 65% der Kinder geben an, dass sie in Reinach gut oder sehr gut das machen können, was ihnen wichtig ist. Im Vergleich zu Kindern empfinden Jugendliche Reinach jedoch als weniger attraktiv. Ausserdem fällt auf: Während rund 60% der befragten männlichen Jugendlichen in ihrer Freizeit gut oder sehr gut das tun können, was sie möchten, sind es bei den weiblichen Jugendlichen nur 45%.
  • Für die Kinder ist zentral, dass sie in ihrem Quartier Freizeitorte haben, die sie eigenständig und gefahrlos erreichen können. Neben den Spielplätzen spielen die Schulanlagen eine wichtige Rolle.
  • Kinderfreundliche Aussenräume sollen möglichst vielseitige Spiel- und Bewegungstätigkeiten zulassen und unterschiedliche Bedürfnisse abdecken.
  • Die Bedürfnisse unterscheiden sich nach Alter, es gibt aber auch Unterschiede, wie Mädchen und Jungen die Freizeitorte nutzen: Während bei den Jungen «Fussballspielen» häufig genannt wurde, wurden von den Mädchen Tätigkeiten wie «Freundinnen treffen», «reden», «sitzen», «spazieren» oder «Tiere beobachten» deutlich häufiger genannt.
  • Während bei den Kindern das aktive Spiel im Vordergrund steht, braucht es für Jugendliche auch Orte, die sich eignen, um Freunde zu treffen, zusammenzusitzen und zu reden, um zu Joggen oder um Natur und Aussicht zu geniessen.
  • Es braucht Freizeitorte, die auch am Sonntag und abends zugänglich sind und Möglichkeiten sich bei schlechtem Wetter zu treffen.
  • Als Barrieren im Alltag werden über alle Altersgruppen hinweg Übergänge über dicht befahrene Strassen, hohe Geschwindigkeiten von durchfahrenden Autos und E-Bikes und mangelnde Beleuchtung entlang von Fuss- und Velowegen genannt. Auch soziale Nutzungskonflikte sowie Abfall auf Spielplätzen und Sportanlagen beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden.


Was passiert mit den Ergebnissen?
Drei oft genannte Anliegen wollen wir bald umsetzen. Damit möchten wir den Kindern und Jugendlichen zeigen, dass ihr Engagement für Reinach sehr geschätzt wird und Wirkung zeigt.

  • Zwei neue Fussballtore auf dem Mischeli-Spielplatz: Viele Kinder haben sich mehr Fussballtore gewünscht, die auch fürs freie Spiel in der Freizeit genutzt werden dürfen.
  • Neue Bodenmarkierung vor dem Schulhaus Surbaum: Viele Kinder finden die Begegnungszone unübersichtlich und es ist für sie nicht klar, wo sie gehen und fahren dürfen. Mit einer verspielten Bodenmarkierung über die ganze Strassenfläche soll auf den ersten Blick klar werden: Hier haben alle zu Fuss, mit Velos und Trottis Vortritt.
  • Öffentliche WCs: Mehr WCs haben sich Kinder und Jugendliche gewünscht. Auf den Spielplätzen Landhof, Rainenweg und Surbaum sollen darum wieder öffentliche WCs aufgestellt werden.

Nicht alle Ideen können sofort umgesetzt werden. Die Ergebnisse der Kinder- und Jugendpartizipation sind aber eine wichtige Grundlage für den neuen kommunalen Richtplan. Sie tragen dazu bei, dass sich auch in Zukunft die Kinder und Jugendlichen in Reinach wohlfühlen.

Rückblick Workshop vom 9. Mai 2026

Am 9. Mai hat der Gemeinderat zu einem nächsten öffentlichen Workshop zum kommunalen Richt-plan eingeladen. Von 10-12 Uhr ging es im 1. Teil um das Raumkonzept: Wie soll sich Reinach ent-wickeln? Nach einer kurzen Verpflegungspause konnten die Teilnehmenden in einem 2. Teil ei-nen Themenbereich nach Wahl vertiefen: Siedlungsentwicklung + Wohnen, Mobilität, Landschaft + Stadtnatur, Wirtschaft + Arbeiten, Ortszentrum.

Die vielen Inputs, Vorschläge und Ideen sind im Ergebnisbericht dokumentiert.

Bericht folgt ab Ende Juni 2026

Rückblick Startworkshop vom 26. März 2025

Am Startworkshop vom 26. März 2025 haben über 40 Personen – von Schülerinnen bis zu Senioren - teilgenommen, gemeinsam diskutiert und ihre Anliegen eingebracht. Ein erfolgreicher Abend mit vielen wertvollen Inputs, die das Planungsbüro und die Gemeinde mitnehmen konnten.
Wir danken allen Teilnehmenden herzlich!

Die Ergebnisse vermitteln einen guten Eindruck, welche Stossrichtungen sich die Teilnehmenden für den neuen Richtplan wünschen. Sie können im Ergebnisbericht nachgelesen werden.

Ergebnisbericht

Was ist ein kommunaler Richtplan?

Der kommunale Richtplan ist ein wichtiges Planungsinstrument für Gemeinde- und Einwohnerrat. Er steckt den Rahmen für die räumliche Entwicklung ab: Wie soll sich Reinach entwickeln, wo wird in Zukunft gewohnt und gearbeitet, wie bewegen sich die Menschen durch die Stadt, wie werden Siedlung, Verkehr und Landschaft aufeinander abgestimmt?
Der Richtplan koordiniert die Ansprüche und Bedürfnisse an den Raum und stellt die Abstimmung mit den übergeordneten Gesetzen und Planungen sicher, z.B. mit dem kantonalen Richtplan.
Der kommunale Richtplan ist verbindlich für die Behörden. Er ist aber nicht parzellenscharf und auch nicht verbindlich für Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer.

Warum ein neuer kommunaler Richtplan?

Der aktuelle Richtplan der Gemeinde Reinach stammt aus dem Jahr 2005. Er ist mittlerweile umgesetzt, zum Teil auch überholt. Ausserdem gibt es neue übergeordnete Gesetze und Planungen von Bund, Kanton und der Region Birsstadt, die er noch nicht berücksichtigt. Er muss deshalb gesamthaft erneuert werden.
Der kommunale Richtplan von 2005 diente als wichtige Grundlage für den Zonenplan Siedlung von 2015 und den Zonenplan Landschaft von 2016. Die Zonenpläne müssen etwa alle 15 Jahre – also ca. 2030 – überprüft und angepasst werden. Mit dem neuen kommunalen Richtplan wird dafür der Weg bereitet und abgesteckt, in welchem Rahmen sich die Gemeinde Reinach räumlich entwickeln soll.

Wie wird der kommunale Richtplan erarbeitet?

Der Gemeinderat hat das Planungsbüro EBP Schweiz AG aus Zürich mit der Gesamtrevision des kommunalen Richtplans beauftragt. Der Planungsprozess mit öffentlicher Mitwirkung, kantonaler Vorprüfung und Beschlussfassung dauert rund drei Jahre bis Ende 2027. Der kommunale Richtplan wird von Gemeinderat und Einwohnerrat beschlossen und mit der Genehmigung durch den Regierungsrat rechtskräftig.

Wie kann ich mich einbringen?

Dem Gemeinderat ist es ein grosses Anliegen, die Bedürfnisse und Anliegen der Bevölkerung zu kennen. Im Planungsprozess gibt es verschiedene Gelegenheiten, sich einzubringen:

  • Startveranstaltung am Mittwoch, 26. März 2025
  • öffentlicher Workshop am 9. Mai 2026
  • Auftaktveranstaltung öffentliche Mitwirkung, anfangs 2027

Die Veranstaltungen werden von den Fachleuten von EBP vorbereitet, moderiert und dokumentiert.

  Kontakte für Auskünfte

 Bauer

 

Gemeinde Reinach
Hauptstrasse 10
4153 Reinach
061 511 60 00
info(at)reinach-bl.ch

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